Die Begriffe Spagyrik und Alchymie

Richtlinien und Voraussetzungen zur Betitelung "spagyrisch"
  1. gute, naturbelassene Ausgangsqualitäten von Pflanzen und zu den Arbeiten benötigten "Nebenprodukten" (Wasser, Alkohol, Essig, ...).
  2. die Ansatzmenge zu einer Arbeit darf nicht mehr ausmachen, als ein Mensch in etwa Körperflüssigkeit hat. Ansatzmengen von maximal 5 Litern sind bei Pflanzenarbeiten am besten bewährt. Besteht der Wunsch nach größeren Mengen an Endprodukt, dann werden Parallel-Ansätze gemacht. Diese Richtlinien gelten in der Regel nicht für "Nebenarbeiten", wie die Destillation von Wasser oder für Gäransätze zu Mazerations-Alkoholen. Hier wird gerne auch in größeren Chargen gearbeitet. das Verhältinis gilt aber immer für die wesentliche Ausgangsmenge – im Falle einer "spag. Essenz" für das erste Wasser-Pflanzen-Gemisch; beim Weg zur Quintessenz durch Putrefaction für die zerdrückte Pflanzenmasse; zur Darstellung einer "spag. Tinc." durch Mazeration für die Menge des Pflanzen-Alkohol-Gemisches; usf.
    Dieses Kriterium ist unbedingt wichtig und ein typisches Qualitätsmerk-mal "kunstvoller" Arbeit. Es schließt aber auch eine Massenproduktion in sehr großem Umfang weitestgehend aus, was wiederum dem "ganzheitlichen" Konzept der Sapgyrik entspricht. Daß dann gegebenenfalls erhöhte Nachfrage und Bedarf für den Handel mit solch höchstwertigen Heilmitteln nicht immer befriedigt werden kann, ist folgerichtig und trägt zu einer Korrektion des Konsumverhaltens und der Haltung des Handels gegenüber derlei Präparate bei – wieder ein "ganzheitlicher" Heileffekt.
  3. "Zeit" muß als Ingredienz enthalten sein. Jedem Prozeß sollte lieber mehr als zuwenig Zeit gegeben werden. "Drängen" der Prozesse vermindert den Wert und verhindert oft ein "echtes" spagyrisches oder alchymistisches Resultat.

Grundsätzlich gilt eine Pflanze als "spagyrisch aufgeschlossen", wenn mindestens zwei Prinzipien (oder Elemente) aus dem Pflanzenkörper geschieden und wieder vereinigt und davon mindestens eines gereinigt ("die prinzipielle Ausdrucksform von den Schlacken getrennt") wird.
Die Arbeitsweise muß einen (der Natur zufolge) stimmigen hermetischen Kontext als Grundlage haben, sich also konkret am Wesen der Prinzpien, Elemente und/oder Planetenkräfte orientieren und mit dem Vermögen des einzelnen Spagyrikers / Alchymisten harmonieren (> Ansatzmenge; Grad der Aufschließung; Bezeichnung des Endproduktes u. dgl.).

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