Elementegenese, Signaturenkunde, Hermetik

Textauszüge aus "Der Weg des Sonnenfunkens".
Das Satz-Bild konnte in den folgenden Auszügen nicht immer original übernommen werden. Bilder und Symbole wurden z.T. ausgelassen.

Vom Element zur „Hülle“

In Richtung der Verstofflichung vereinigen, verweben, sich jeweils zwei Elemente zu dem „Saft“ oder der „Hülle“ (skr: Dosha).
Wasser verbindet sich mit Erde (elementar), das heißt: die „Zusammenhaltekraft“ tritt zur Dichte hinzu. Das Luftelement ermöglicht dabei die Vermischung von Beweglichem und Unbeweglichem. Beiden ist die Qualität des „Aufnehmens“ zueigen.
Feuer verbindet sich mit Wasser (eine Verbindung, die uns schon in einigen ihrer Aspekte beschäftigt hat). Dafür bildet der Äther die Achse der höchsten Polaritäten und macht das „Entstehen“ zu beider Qualität. Das Feuer bedarf sowohl als „bewegende“ (skr: Tejas Tanmatra), als auch „formgebende“ Kraft (skr: Rupa Tanmatra) immer der „Zusammenhaltekraft“ des Wassers (wir gestatten uns hier, das Wesen des Wasserelements auf dieses eine Wort zu reduzieren).
Das Luftelement verbindet sich besonders mit dem Äther, mit ihm eine „Hülle“ bildend, den „Wind“ (skr: Vayu, Vata, aber auch Sparsa, womit das Raumhafte angedeutet wird). Auch hier sind beide Elemente sowohl durch Ähnlichkeit, als auch durch Gegensatz miteinander verbunden. „Zwischen“ diesen beiden subtilsten Elementen befindet sich die Position des „tiefen Wassers“, woraus sie die gemeinsame Qualität des „Bewahrens“ erhalten. Äther und Luft, Jupiter und Merkur, der König und sein Hofnarr, „regieren“ das ganze elementare Gefüge und erhalten es aufrecht. Mit der Verbindung dieser beiden wollen wir uns im Folgenden eingehender befassen.

Die Luft ist leicht, beweglich und erfüllt den Raum – der Äther ist Raum, Leichtigkeit und Beweglichkeit selbst. Dem Äther fehlt allerdings die Stoffhaftung, welche die Luft besitzt. Durch den Äther dringen die kosmischen Impulse in den Reigen der Elemente ein, während er selbst von ihnen weitestgehend unbeeindruckt bleibt. Genau umgekehrt ist es bei der Luft der Fall. Sie wird von jedem Zustand und Ereignis zuerst beeindruckt und vermittelt dann die Eindrücke den verschiedenen Positionen.
Die „Wanderseele Hun“ und die „Körperseele Po“ (in Leber und Lunge) stehen in gewissem Sinne antagonistisch zueinander. In den asiatischen Traditionen heißt es: beider Verhältnis ist wie das, zwischen der Energie und dem Blut.

Die Kraft des Luftelements kann zerteilen und Stagnationen lösen. Seine Energie im Körper hat jedoch eine überwiegend abwärts gerichtete Tendenz und bleibt an Stofflichkeit (vor allem an Feuchtigkeit) haften. Die Energie des Ätherelements steigt im Körper überwiegend aufwärts, hilft aber allen „unteren“ Energien ihren Fluß beizubehalten und hilft damit auch der Luft zu harmonischem Wirken.

Die Leber kann das Blut und andere „Säfte“ beherrschen, speichern und regulieren, weil sie selbst von deren Feuchtigkeit unbeeinflußt bleibt. Man könnte sagen, das Ätherelement sei „Trockenheit“, was sicherlich in gewisser Weise seine Richtigkeit hat. Genaugenommen paßt der Ausdruck nicht ganz, weil ja das „fünfte Elelement“ frei von direkter Complexion ist. Da aber die Trockenheit weniger „schwer“ ist als die Feuchte, nennt man den Äther „trocken und leicht“.

Man kann auch sagen, der Äther sei Dunkelheit (wenn sich in ihm das Feuerelement noch nicht zentriert). Genauso hat die Luft in sich selbst weder Helligkeit noch Strahlung. Dennoch sind beide Elemente „von Licht durchwirkt“. Im Äther ist es potentiell anwesend. Er wird durch die Genese zur Mutter des Lichts (genaugenommen durch das „Hindurchgehen des, aus der Position des Mondes sich erhebenden Merkurs“). In der Luft ist „Licht“ (im weitesten Sinne) durch ihre Verbindung mit dem Feuerelement. Erst in den Wandlungsphasen der Erde und des Wassers zieht sich der Elementereigen, das „innere Feuer“ verbergend, in eine eigentliche Dunkelheit zurück.

Luft und Äther besitzen beide eine „Rauhigkeit“, die sie dann der gemeinsamen „Hülle“ mitteilen. „Wind“ ist weder weich noch hart, er hat weder die Weichheit vom Wasser noch die Härte der Erde in sich. „Wind“ ist die subtilste „Hülle“, welche von den Elementarkräften gebildet wird. Das Ayurveda bezeichnet ihn als Vayu oder Vata-Dosha, die tibetische Tradition als Lung.

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