Elementegenese, Signaturenkunde, Hermetik

Textauszüge aus "Der Weg des Sonnenfunkens".
Das Satz-Bild konnte in den folgenden Auszügen nicht immer original übernommen werden. Bilder und Symbole wurden z.T. ausgelassen.

Das Erdelement

Mit „Erdelement“ ist nicht die duftende, feuchte Erde gemeint, wie sie der Gärtner in den Händen hält, sondern ein Zustand der Erstarrung, Stockung und Dunkelheit, sowie das Phänomen der Begrenzung an sich. Jegliche Aktivität scheint hier beendet, die Genese der Elemente eigentlich schon abgeschlossen und der Sonnenfunke ins finsterste Verlies des Herrn der Zeit (Saturn) gefallen.
Erdelement tritt dort hervor, wo Wärme, Strahlung und Wirken des Feuer-elements aufhören. In der fünffältigen Natur ist es das Feste und Kalte – es ist umso mehr anwesend, je weniger die anderen Kräfte vorhanden sind, und es wird aus den Dingen hervorgebracht, indem man die anderen Kräfte aus ihnen vertreibt. Wenn dem Wasser die Wärme und Beweglichkeit genommen wird, erstarrt es zu Eis. Zieht man aus den Pflanzen die Feuchtigkeit, dann werden sie fest. Verläßt sie Duft und Farbe (Feuer), dann bleibt das Kohle-Gerüst, welches schon weitestgehend „ihrem“ Erdelement entspricht. Nimmt man diesem Gerüst seinen Ausdruck (indem man es zerreibt), dann entschwindet auch noch ihre (offenbare) Merkurialkraft (oder ihre „Luft“). Gluthitze oder Verwesung hinterlassen eine der typischsten Ausdrucksformen des Erdelements – die Asche.

In den anderen Elementen (beziehungsweise in deren Ausdrucksformen) herrscht Leichtigkeit vor. Am meisten im Äther, dann im Feuer, in der Luft, und schließlich ist sie auch noch im Wasser (je nach seiner Verbindung mit dem Erdhaften) ( ... ) wesentlich. Schwere ist ein Ausdruck des Erdelements. Je schwerer ein Ding ist, desto stärker wirkt in ihm das Erdelement.
Schwere und Festigkeit vermitteln Statik und Stabilität und darüberhinaus klare Grenzen. Der Individualisierungsprozeß des Feuerelements ist im Erdelement vorerst abgeschlossen, obgleich die Vielfalt „ausdrucksvoller“ Gestalten noch nicht hervorgebracht, sondern im feurig-saturnhaften Samen verborgen ist. Durch vielerlei Niveauflächen und einen daraus sich ergebenden jeweiligen Mittelpunkt grenzen sich unzählige Körper voneinander ab, individualisieren sich und werden zu „Einzelteilen“. Die ätherische Ganzheit (im Sinne eines ineinander Verwobenen) ist im Erdelement endgültig in eine Vielheit zerfallen.

So, wie die individualisierten Einzelteile aufgrund verschiedenster Faktoren dann dennoch in der Physis zusammenfinden, entstehen Ordnungen und Systeme, wel-che wiederum ein Ausdruck der Erd-Kraft sind.
Maß und Gesetzmäßigkeit ist stets mit dem Erdhafen verbunden, „stellt sicher“ und macht „überschaubar“ was da aus dem Äther (oder dem äthernahen Bereich) mittels des Feuerelements „hereingekommen“ ist. Erst der Begriff „Maß“ erzeugt die Idee des „Maßlosen“, und die Eingrenzung (oder Abgrenzung), Beschränkung und Gefangenschaft des Lebendigen bewirkt den Drang, Grenzen zu überwinden. Dort wo das Erdelement dominiert, wo Saturnzustand vorherrscht, stehen Tod und Leben eng zusammen. Hier ist im wahrsten Sinne eine „Wandlungsphase“. Das Wirken des Feuerelementes ist weitestgehend zu Ende (oder wird behindert) – das Luftelement wird geboren, und mit diesem die eigentliche Vielfalt des Lebendigen. Dazwischen steht ein Innehalten, ein Aufhören, aber auch ein Umkehren und Verwandeln.
Das Erdelement „unterstützt“ den Menschen in seinem Erdendasein, indem es den Knochen, dem Skelett die Festigkeit verleiht. Im Inneren der Knochen wird aber das Blut ständig neu gebildet, welches dem Luftelement angehört. So ist das Erdelement einerseits das Ende, der Tod und die Erstarrung lebendig-feurigen Geschehens, andererseits aber Basis und Stütze für neues merkuriales Entfalten.
Die ausdrucksvolle Gestalt der Pflanze gründet auf einem erdhaften Gerüst, ist dadurch fixiert, und ohne dieses hätte das Wesen bestenfalls eine wäßrige Substanz zur Verfügung, welche kaum ausreichen würde eine Idee zu manifestieren und dem Betrachter zu vermitteln. Beim Zerfallen dieses Gerüstes während der Faulung und Verwesung geht die, gerade noch das Individuum stützende Pflanzen-Erde in den „großen Erdkörper“ ein, um daraus nach entsprechenden Verwandlungen wieder neuen Individuen als Stütze zu dienen.
Das Weben der Natur folgt gewissen Gesetzmäßigkeiten, deren oberste die Zeit selbst ist. Aufgrund dieser Ordnung ist die Evolution der Wesen in der Natur möglich. Dann aber, wenn die Stufen des Mineral-, Pflanzen- und Tierreichs überschritten sind und die Seele sich im Menschenkörper wiederfindet, muß auch die Zeit überwunden werden, welche nun nicht mehr stützendes Gerüst, sondern ein dunkler Kerker für das Seelen-Licht ist, welches seinen Ursprung weit jenseits des Einflußbereiches der Zeit hat.

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