Elementegenese, Signaturenkunde, Hermetik

Textauszüge aus "Der Weg des Sonnenfunkens".
Das Satz-Bild konnte in den folgenden Auszügen nicht immer original übernommen werden. Bilder und Symbole wurden z.T. ausgelassen.

Hüllen und Prinzipien

Diese „Wind-Hülle“ ähnelt zwar in gewisser Weise dem Merkur-Prinzip, beschreibt aber eine etwas andere, stofflichere Ebene. Es fehlt ihr auch die Feuchtigkeit, welche dann erst im Kapha-Dosha, der Verbindung von Erde und Wasser, enthalten ist. Dieses birgt ohne Zweifel ebenfalls eine wesentliche Merkurialität in sich, es ist ihm aber die „Schwere“ zu eigen, die dem „Wind“ völlig und dem Merkur-Prinzip weitestgehend (abgesehen von der Stoffhaftung merkurialer Ausdrucksformen) fehlt.
Die Begriffe Vata, Pitta und Kapha können nicht pauschal mit den „philosophischen Prinzipien“ Merkur, Sulfur und Sal gleichgesetzt werden.
Was dem Sal-Prinzip im Vergleich zum Kapha fehlt, ist die Feuchtigkeit. Als „philosophisches Prinzip“ entspricht das Sal am meisten dem Erdelement, ist aber auch dem Feuer verbunden. Wenn man allerdings bedenkt, daß die „Essenz der Substanz“ aus dem Wasserelement stammt und das „Ur-Sal“, das merkuriale Sal volatile in der Position des Mondes generiert wird, dann erscheint die Verbindung jenes „Prinzips“ mit dem Wasser von ursächlicher Natur.

Hüllen-Prinzipien

Dem Sulfur-Prinzip fehlt, verglichen mit Pitta, ebenfalls das Wasser. Die „erste Aktion“ des Sulfurischen ist allerdings jene „Berührung“ mit dem Mond, die dann zur „Spiegelung“ führt. Daraus ergibt sich dann erst das Feuerelement, welches einen hohen merkurialen Impuls aus dem Wasserelement in sich birgt.
In den Hüllen Kapha und Pitta wird die Verbindung von Erde und Feuer mit Wasser vorweggenommen.

Wenn wir die „Hüllen“ als eine Weiterführung des Elementaren in die Richtung der Verstofflichung begreifen, fällt auf, daß sich die ursächliche Verbindung dann im Grobstofflicheren wiederholt. So schließt der Begriff „Hülle“ ein weiteres Spektrum ein, als der des „Prinzips“.
Ähnlich verhält es sich mit dem Merkur-Prinzip, das sich in seinen Ausdrucksweisen meist mit Feuchtigkeit verbindet, diese aber mit seiner „Erhöhung“, mit dem „Rückführen Merkurs zu seinen Wurzeln“ weitestgehend verliert. Die Annäherung des „hohen Merkurialen“ an den lunaren Äther wirft die Frage auf: „ist dieser Merkur nun feucht oder trocken?“ (Die Alchymie kennt Begriffe wie „das Wasser, welches die Hände nicht benetzt“).
Man möchte sogar sagen, daß Merkur in statu nascendi eine Überwindung von fest, flüssig und dergleichen Eigenschaften darstellt – er kann das eine wie auch das andere und zugleich keines davon sein – ein Umstand, den man in der gesamten Thematik Merkurs immer wieder bemerkt. Es ist, als ob jener „mit unzähligen Namen Bezeichnete, aber nie wirklich Genannte“ sich jeder intellektuellen Herausforderung widersetzt. (Bezeichnend auch, daß Merkur dem Intellekt selbst entspricht). Vielleicht ist die Frage nach dem wahren Wesen Merkurs das Koan der Alchymie.
Nun ist es hier wieder so, daß der Begriff der „Wind-Hülle“ dem des Merkur-Prinzips gewissermaßen in die stoffliche Manifestation vorauseilt, zugleich aber dessen „ursächlichen“, feuchtigkeitslosen Aspekt einschließt. „Wind“ ist trocken. Das ist er eben dem Wesen nach – so wie Luft- und Ätherelement ihrem Wesen nach trocken, obwohl durch und durch mit dem Wasser-Thema verbunden sind.
Was dazu Merkur im Besonderen betrifft, so gibt es in der Alchymie zwei Symbole, das eine mit den Stierhörner oder der Mondsichel obenauf und das andere mit den Widderhörnern. Man könnte es so ausdrücken, daß ersteres dem „Prinzip“ nähersteht und das andere der „Hülle“.

Mondsichel - Widderhörner

„Merkur“ ist nicht die Nässe des Dampfes, die wir beim Baden, Kochen und bei der Destillation des ätherischen Öls sehen und fühlen können. Er ist die bewegende, vermittelnde „Kraft“ im Geschehen. Er ist nicht die Nässe des Alkohols, sondern dessen eigentliches Wesen (das mit Feuchte verbunden, von ihr „verunreinigt“ ist). Er ist nicht die „Gestalt“ der Pflanze, sondern die gestaltende Kraft, sowie jene Kraft, welche deren Ausdruck vermittelt. Und er ist nicht das Blatt, sondern das Ereignis des Stoffwechsels durch dieses. Deshalb steht der Begriff „Merkur-Prinzip“ in seiner tieferen Bedeutung dem des „Windes“ sehr nahe, soweit es Bewegung, Durchdringung und Vermittlung betrifft.

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