Elementegenese, Signaturenkunde, Hermetik

Textauszüge aus "Der Weg des Sonnenfunkens".
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Elementegenese

Ein Element bringt ein nächstes, nachfolgendes hervor. Der Äther das Feuer, das Feuer die Erde, diese die Luft und die ist wiederum das „Mutterelement“ des Wassers, welches dann den Äther hervorbringt. Diesen ständigen Reigen in Natur und Kosmos bezeichnet man als „Elementegenese“, obwohl kein Augenblick ohne seine Vollständigkeit ist. Das jeweilige Mutterelement gebiert und nährt sein Kind, das Folgeelement.

Elementegenese

Die Organe des Körpers entspringen in stofflicher Hinsicht immer dem Mutterelement. So ordnet etwa Gichtel in seinem Bild des physischen Menschen die Leber dem Wasser, die Lunge der Erde und die Blase der Luft zu. Das Wesen des Organs aber, und die mit ihm verbundenen Wirkungen, ergeben dann insgesamt das Folgeelement.
So wird das Herz aus dem Äther geboren, sein Wesen und seine Funktion stellen das Feuerelement dar und wirken bis ins Erdelement hinein. Damit ist es das subtilste Organ, in gewisser Weise noch „stofflich ungeboren“, in unentwegter Entwicklung begriffen, und gerade in diesem Zustand ein Schlüssel zum Erdelement. Mit dem Reifen des menschlichen Bewußtseins wird das Herz einst zum „willentlichen Organ“ werden, so daß sogar der Herzmuskel, wie jeder andere „willkürliche Muskel“ bewußt bewegt werden kann. Die Voraussetzung dafür ist schon heute vorhanden: wie man sieht, besitzt das Herz quergestreifte Muskelfasern, die sonst nur bei willkürlichen Muskeln vorhanden sind. Damit ist ihm alleine vom stofflichen Aufbau her ein Ziel vorgegeben, welches es mit der Zeit erreichen wird. Darin ist die „dynamische Qualität“ des Feuerelements, das erst Zentrierende und dann Zielgerichtete, schon signiert. Als stofflicher Ausdruck des „Schnittpunktes der Acht“ entspricht es in der asiatischen Tradition dem „Rad des Lebens“ (chin: Lun). Zwischen dem feinstofflichen und dem grobstofflichen Kosmos positioniert, birgt es vier physische „Kammern“, und eine fünfte, verborgene.

Unzählige Allegorien finden wir in den Traditionen für die Entwicklung des „Sonnenhaften“. Es heißt: das Herz ist die Sonne im Körper. Als Organ selbst ist es zum Teil noch ätherisch, nicht vollständig hineinentwickelt in die physische Welt, noch vom Mutterleib eingehüllt wie ein Neugeborenes, vom Saatkorn umschlossen wie der erste Keim. Sein in den Elementereigen hineingeborenes Wesen aber, seine Funktion und das Zusammenwirken mit den anderen Kräften, hat schon einen eigenständig elementaren Charakter, den wir als das „obere“ oder „königliche Feuer“ bezeichnen. Als „Prinz“ drückt sich durch das Herz die Jovialität des ätherischen Königs (Jupiter) aus, weswegen seine Signaturen nicht nur solar, sondern auch jovial genannt werden. Über all dem spielen sich in ihm die grundlegenden Prozesse zur Entstehung und Instandhaltung des Erdelements ab – ein Umstand, der es erlaubt, das Herz auch noch in einer gewissen Weise als „erdhaft“ zu bezeichnen.

Im Feuerelement wird die Milz geboren, als stofflicher Ausdruck der „Begrenzung“. Durch das Feuergeschehen wird die „ätherische Idee“ komprimiert, um sie dann im Festen und Dichten zu manifestieren. Dort wird die Milz „vorbereitet“, der saturnische Aspekt „hereingezogen“ aus dem „Schnittpunkt der Acht“, um die Synkope sich in der tiefsten Materie ereignen zu lassen – wodurch wiederum ein eigenständiger Elementarzustand erscheint, der „erdhafte“. Die Milz ist nicht aufbauend oder verwandelnd wie die anderen Organe, sondern abbauend und begrenzend. Sie entspringt dem „unteren“, martialen Feuer, welches das Merkuriale hemmt und das Subtile fixiert. Sie folgt dem Lauf des Saturn, ist sein Herrschaftsbereich im Körper.

Weiter wird dann im Erdelement die Lunge gebildet und mit ihr das Luftelement geboren, worin sich die Lunge in Wesen, Funktion und Zusammenwirken mit den anderen Kräften ausdrückt. Im Luftelement wiederum werden die Nieren gebildet und aus ihm das Wasserelement geboren, die rhythmische Durchlebung der Stofflichkeit manifestierend, das salhaft Erstarrte verhüllend und die ätherische Weite durchtränkend. Im Wasser vollzieht sich jene „Verdoppelung der Vier“ und schafft jenen Zustand, welcher durch den Zahlenwert der Acht ausgedrückt wird. Hier kann sich das Organ der Leber bilden und mit ihm das erste sphärische Fluid des Ätherelements.
Es heißt: „Im Wasser Tod und Geburt, im Feuer Geburt und Tod. Das Dritte ist in allem anwesend.“

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